Angelika Pravida
S o r g e n
T e r m i n e
R u h e l o s i g k e i t
E l e k t r o k a r d i o g r a m m
S c h w i e r i g k e i t e n
S i t z u n g e n
(Ivo Blank, "Ich habe meinen Alltag")
Stress blockiert den Energiefluss und stört damit das Gleichgewicht im
Menschen.
Stressoren können äußere Einflüsse sein (z.B. Termindruck,
Streit, Ärger, negative Nachrichten in den Medien, Lärm, Hektik),
aber auch innere wie Angst-Gefühle, Sorgen oder negative Gedanken und Haltungen.
Veränderungen im Energiehaushalt machen sich nicht von heute auf morgen bemerkbar.
Sie beginnen z.B. mit Missstimmungen, Ängsten oder Konzentrationsschwäche.
Ehe es zu körperlichen Beschwerden oder gar zum Zusammenbruch kommt, vollzieht
sich ein langer Prozess des Ungleichgewichts.
Stehen wir dauernd unter Stress, weil immer neue Stressoren auf uns einwirken,
kommt es nicht zur Entspannung, und dieser Dauerstress kann krank machen.
Bei Stress laufen in unserem Körper Prozesse ab, auf die wir keinen Einfluss
haben. Sie sichern unser Überleben in gefährlichen Situationen.
Es werden ungeheure Kräfte im Körper mobilisiert. Denn es könnte
ja sein, dass wir im nächsten Augenblick um unser Leben rennen oder kämpfen
müssen, wozu wir Kraft im Bewegungsapparat brauchen.
Heutzutage haben wir aber selten die Situation, dass wir rennen oder kämpfen
müssen, da wir kaum einem Löwen oder Tiger auf der Strasse begegnen.
Wir haben z.B. Ärger im Büro und können die mobilisierten Kräfte
gar nicht ausleben. Wir rennen nicht nach einem Streit mit einem Kollegen erst mal
um den nächsten Häuserblock, sondern setzen uns an unseren Schreibtisch
und arbeiten weiter. Wird aber die bereitgestellte Energie nicht nach außen
abgeleitet (z.B. durch Bewegung, Sport), bleiben unsere Muskeln angespannt.
Wir sind verkrampft und bekommen nach einiger Zeit Verspannungen und Schmerzen
im Bewegungsapparat.
Wenn der Körper merkt, dass wir nichts unternehmen, um zu flüchten oder zu
kämpfen, speichert er die Stresshormone und muss sich daher entgiften. Das Blut
zieht sich aus den Muskeln des Bewegungsapparates zurück und verlagert sich in
die Organe für Entgiftung und Ausscheidung (Lungen, Leber, Nieren). Es kommt zur
Erschöpfung.
Dazu kommt, dass bei Stress das Vorderhirn, das für bewusstes Denken zuständig
ist, abschaltet. Dieser Bereich wird nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt, und
wir können keine wohlüberlegten Entscheidungen mehr treffen. Uns fällt
buchstäblich nichts mehr ein. Wir sind nicht in der Lage, in Ruhe über ein
Problem nachzudenken und eine angemessene Lösung zu finden (wir haben eine geistige
Blockade).
Die Energie konzentriert sich bei Stress im hinteren Bereich des Gehirns. Das ist der
Bereich, in dem unter anderem unsere natürlichen Reflexe und unsere erlernten
Handlungsweisen und Erfahrungen gespeichert sind. Bei Stress läuft ein Programm
mit eingefahrenen Verhaltensmustern ab.
Wenn wir hingegen entspannt sind, haben wir die besseren Möglichkeiten. Die Zone
für bewusstes Denken im Vorderhirn wird mehr mit Energie versorgt, ihre
Aktivität wird erhöht. Dadurch haben wir die Möglichkeit, in Ruhe
nachzudenken, Entscheidungsfreiheit zu genießen und neue Wege gehen zu
können.
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